Himmlische Aussichten (Gute Nachricht II)

Predigt vom 18.01.2026 in der EMK Adliswil zu Offen­barung 21,1–7 u.a.

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Liebe Gemeinde,

am Feier­abend vor dem TV: Du schaust einen schö­nen Film. Oder eine inter­es­sante Doku­men­ta­tion. Oder eine span­nende Sportüber­tra­gung. Da leuchtet plöt­zlich unten ein grelles rotes Band auf. Von links wan­dert ein Text ins Bild, der begin­nt mit ‚Break­ing News’. ‘Nine-eleven‘ war wohl das erste Ereig­nis, bei dem ich das wahrnahm. Immer­hin bald 25 Jahre her. Sei­ther immer wieder: Wegen des grossen Tsunamis; Krieg in Nahost, Krieg in der Ukraine, Katas­tro­phen … immer wieder: Break­ing News. Ich zucke inner­lich zusam­men, wenn ich das Schrift­band sehe. Denn gute Nachricht­en sind es ja nie, die so ver­bre­it­et wer­den. In ein­er Welt voller Break­ing News sind die Aus­sicht­en trübe!

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Gnade (Gute Nachricht I)

Predigt vom 11.01.2026 in der EMK Adliswil zu Titus 2,11

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Liebe Gemeinde,

als Kinder mussten wir beim Mit­tagessen schweigen, solange die Nachricht­en am Radio liefen. Nachricht­en waren und sind eben wichtig. Wobei wir heute wohl öfter von News reden. Doch so oder so: Man will und muss informiert sein. Es gibt Break­ing News, die im Schrift­band über den Bild­schirm laufen. Es gibt immer mehr Fake News. Wir informieren uns über die Tagess­chau, die Tageszeitung (wer hat sie noch auf Papi­er? Ich z.B. nicht) oder auch via Social Media (was freilich heikel sein kann, weil Vieles schw­er über­prüf­bar ist). Bei ganz drama­tis­chen Ereignis­sen oder Umstän­den liefert uns der News-Tick­er sog­ar im Minu­ten­takt Infos auf das Handy. Oft bis meis­tens sind es ‚Bad News‘ – schlechte Nachricht­en, die uns so erre­ichen. Sie kön­nen uns belas­ten und aufwühlen.
In der Bibel gibt es auch schon News bzw. Nachricht­en. Das Wort Evan­geli­um ist näm­lich sozusagen die Urform der Nachricht. Die griechis­che Vor­silbe Eu macht sie speziell. Sie bedeutet ‚gut‘ oder ‚wohl‘. Evan­geli­um heisst also gute Nachricht, fro­he Botschaft. Es bietet ‘good News’. Evan­geli­um ist von seinem Wesenskern eine gute, ja die beste Nachricht. — Während andere News uns sagen, was alles falsch und schief gelaufen ist, sagt das Evan­geli­um uns, was Gott wieder gut gemacht hat. Das Evan­geli­um sagt uns nicht, was wir tun müssen. Vielmehr spricht es uns zu, was Gott für uns getan hat. Dazu müsste es einen Live-Tick­er geben, der uns per­ma­nent News auf das Handy schickt.

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Leben heisst Veränderung — veranschaulicht am Thema Polarisierung

Impuls im öku­menis­chen Neu­jahrs­gottes­di­enst vom 04.01.2026 in der EMK Adliswil zu Jesa­ja 43,19

Liebe Gemeinde,

«Leben heisst Verän­derung» — Es klingt nach einem dynamis­chen Werbeslo­gan. Es ist eine Bin­sen­wahrheit. Und oft fühlt es sich als Über­forderung an. Men­schen sind Gewohn­heit­stiere. Wir lieben das Ver­traute, das Vorherse­hbare. Aber die Welt um uns herum dreht sich immer schneller: Der tech­nis­che Fortschritt, Krisen und Katas­tro­phen, Kli­mawan­del, immer neue Ratschläge, wie das Leben am besten zu gestal­ten sei …

Zu viele Verän­derun­gen aufs Mal lösen Angst aus. Und Angst kann block­ieren. Wir erstar­ren wie die Maus vor der Schlange. Wir suchen Sicher­heit, indem wir unsere Mei­n­un­gen zemen­tieren. Es entste­hen fes­tungsar­tige Mei­n­ungs­blöcke. In der Gesellschaft gibt es eine sich ver­stärk­ende Ten­denz zur Polar­isierung. Es scheint nur noch Schwarz oder Weiss zu geben. Wir ziehen uns in die eigene Bubble/Blase zurück. Es gibt nur noch ‘Pro oder Con­tra’. Alles läuft hin­aus auf: ‘Wir’ gegen ‘Die’: FCZ-ler gegen GC-Fans; Veg­an­er gegen Fleis­chess­er; Linke gegen Rechte; etc.

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Gottes vorbehaltloses Ja

Predigt zum 4. Advent am 21.12.2025 in der EMK Adliswil zu 2.Korinther 1,15–22

Liebe Gemeinde,

um das Jahr 50 n.Chr. herum lebte der Apos­tel Paulus fast zwei Jahre lang in Korinth. Er arbeit­ete im Zelt­macher­be­trieb des Ehep­aars Aquila und Priszil­la. Diese waren nicht nur seine Arbeit­ge­ber, son­dern wur­den zu guten Fre­unde und Unter­stützern. Zusam­men mit Silas und Tim­o­theus grün­de­ten die drei eine christliche Gemeinde, die schnell wuchs. Als Paulus dann weit­er­reiste, blieb er im brieflichen Kon­takt mit dieser Gemeinde. Im ersten Korinther­brief z.B. beant­wortete Paulus eine Rei­he von Fra­gen aus Korinth. Etwa im Jahr 55 besuchte Paulus Korinth dann wieder. Dieser Besuch aber ver­lief nicht wie gewün­scht. Paulus fand, dass sein Brief nicht die erwün­schte Wirkung erzielt hätte und sagte dies auch. Darauf griff jemand den Apos­tel mas­siv an und stellte seine apos­tolis­che Sendung in Frage. Nie­mand wider­sprach. Nie­mand aus der Gemeinde stärk­te Paulus den Rück­en. So reiste er schliesslich wieder ab, tief gekränkt und ver­let­zt. Er emp­fand, einen Scher­ben­haufen zu hin­ter­lassen. Von Eph­esus aus schrieb Paulus dann ‚unter Trä­nen‘ einen weit­eren Brief (ver­mut­lich ist dieser ver­loren. Evtl. steck­en Teile davon in 2. Ko 10–13). Diesen ‚Trä­nen­brief‘ brachte Tim­o­theus per­sön­lich nach Korinth. Ihm gelang es bei dieser Gele­gen­heit auch, die Wogen wieder zu glät­ten. Davon erzählte er Paulus, als er zu diesem nach Eph­esus zurück­kehrte. Voller Freude ver­sprach der Apos­tel darauf den Korinth­ern (in einem weit­eren ver­lore­nen Brief?) einen baldigen Besuch. Doch dazu kam es nicht. Paulus musste seine Reise­pläne wieder ändern. Darum arg­wöh­n­ten manche Korinther, Paulus schmolle immer noch. Andere war­fen ihn vor, sein Ver­sprechen gebrochen zu haben. Dage­gen wehrt sich Paulus am Anfang des 2. Korinther­briefes (der also ver­mut­lich eher der vierte Brief war). Ich lese aus 2. Korinther 1:

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Immanuel — Gott mit uns

Wei­h­nacht­spredigt am 25.12.2025 in der EMK Adliswil zu Matthäus 1,18–25

Liebe Gemeinde,

wir stellen uns Wei­h­nacht­en gerne har­monisch vor: Besinnliche Ruhe; Lichter, die das Dunkel verza­ubern; wohltuend berührende Geschicht­en; herz­er­wär­mende Musik – kurz: die per­fek­te Idylle. Heile Welt. Doch die bib­lis­chen Wei­h­nachts­geschicht­en begin­nen anders. Wir haben gehört, wie Mt erzählt: Er tut es aus der Sicht Josefs. Erzählt von ein­er unge­planten Schwanger­schaft. Von einem Mann, der sich fragt, ob er sein­er Ver­lobten noch trauen kann. Die Sit­u­a­tion hat das Poten­zial, zum hand­festen Skan­dal im Dorf zu wer­den. Aber auch davon, dass dieser Mann anders reagieren kann als zu erwarten wäre. Dank Gott. Wei­h­nacht­en begin­nt also mit ein­er Krise. Marias und Josefs Leben wird plöt­zlich auf den Kopf gestellt. Josef erfährt, dass Maria schwanger ist. Er weiss genau: ‘Von mir kann dieses Kind nicht sein!’ Für ihn bricht die Welt zusam­men. Das Ver­trauen bricht: Was wer­den die Leute sagen? Wie kann ich mich je im Dorf wieder sehen lassen?

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Ausweg in die Zukunft

Predigt zum 3. Advent am 14.12.2025 in der EMK Adliswil zu Hebräer 10,19–25

Liebe Gemeinde,

Wir sehen den Abgang zu einem Berg­w­erksstollen. Da unten bauen Bergleute Rohstoffe ab – Kohle, Erze, Dia­man­ten … . Über die Leit­er führt ihr Weg nach der Arbeit zurück ans Licht, zurück ins Leben. – Bergleute leben gefährlich. Man hört und liest immer wieder, dass Bergleute ver­schüt­tet wor­den sind. In der Regel bedeutet das zwar nicht, dass sie selb­st unter Steinen begraben liegen. Meis­tens ist aber ein Stollen einge­brochen und zugeschüt­tet wor­den. Damit ist der Rück­weg abgeschnit­ten. – Das ist, auch wenn sie unver­let­zt geblieben sind, eine verzweifelte Sit­u­a­tion. Denn so ist die Luftzu­fuhr abgeschnit­ten und das heisst: Der Sauer­stoff wird aus­ge­hen. Dann dro­ht der Tod durch Erstick­en.
Was kann da helfen? Die Bergleute kön­nten zwar von ihrer Seite her mit aller Kraft graben. Das ist aber gefährlich und bringt wenig. Schliesslich ist ein einge­broch­en­er Stollen insta­bil. Ver­mut­lich würde ständig neues Geröll in den Gang fall­en und sie wür­den nichts erre­ichen. Ver­schüt­tete Bergleute kön­nen sich nicht sel­ber ret­ten. Ihre einzige Chance ist, Energie und Sauer­stoff zu sparen, damit sie länger durch­hal­ten. Dazu mit Klopfze­ichen auf sich aufmerk­sam machen und … warten, bis Ret­tung kommt.
Wir sind zwar keine ver­schüt­teten Bergleute heute Mor­gen. Aber die Sit­u­a­tion lässt sich auf das Leben über­tra­gen. Es gibt viel, was unseren schein­bar sicheren Weg gefährden und zum Ein­sturz brin­gen kann. Was ist, wenn unser Weg ver­schüt­tet wird? Wer holt uns dann heraus?

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Wenn die Wüste erblüht

Predigt zum 2. Advent am 07.12.2025 in der EMK Adliswil zu Jesa­ja 35,1–10

Liebe Gemeinde,

„wir sind wie Israel in der Wüste. Zurück nach Ägypten kön­nen wir nicht. Doch das gelobte Land sehen wir noch nicht.“ So empfinde ich die Sit­u­a­tion unseres Gemein­de­bezirks. Das habe auch an der a.o. BV for­muliert. Sollte dieses Gefühl zutr­e­f­fen, was wäre dann ein angemessenes Ver­hal­ten? Wie kön­nte in der Wüste Hoff­nung zu find­en sein, die uns weiterträgt?

Für den 2. Advent ist als Predigt­text ein Abschnitt aus Jesa­ja 35 vorgeschla­gen. Darin geht es um die Wüste. Freilich eher im Sinne von ‚die Wüste lebt‘ (→ leg­endär­er DOK-Film von Walt Dis­ney aus dem Jahr 1953). Dazu passt, dass die Wüste in Israels Erin­nerung auch für eine unver­gle­ich­liche Nähe Gottes ste­ht. So viel auch schwierig war. Auf der Wüsten­wan­derung war Israels Gottes­beziehung so unmit­tel­bar und echt, wie nach­her nie wieder.

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In Erwartung

Impuls im öku­menis­chen Gottes­di­enst zum 1. Advent am 30.11.2025 im Zelt auf dem Kro­nen­wiesen­platz zu Lukas 1,26–38

Liebe Gemeinde,

wir sind im Advent angekom­men. Wir sind gewis­ser­massen in Erwartung. Wir war-ten auf Licht ins Dun­kle. Wir warten auf Wärme in der Kälte. Wir warten auf das Fest. Wir warten auf freie Tage. Wir erwarten, dass es wieder so wird, wie wir es lieben: Stim­mungsvoll. Fes­tlich. Gut.

Bib­lis­che Texte im Advent laden uns aber ein, mehr zu erwarten. Nicht nur, was wir schon ken­nen. Es kön­nte doch mehr und ganz anderes möglich wer­den. Gott ver­mag mehr, als wir zu hof­fen wagen. – MARIA hat erlebt: Gott erwartet mehr als das Übliche, das Nor­male. Darum stellte der Besuch von Gabriel für sie so ziem­lich alles auf den Kopf. – Sie war ja noch sehr jung, 12 oder vielle­icht 13jährig. Mehr nicht. Sie war ver­lobt mit Josef. Ihre Erwartun­gen waren darum: Heirat­en; ein Mann, der sie liebt; Kinder. Ein nor­males Leben eben. Sie hoffte wohl schon auch auf das Kom­men des Mes­sias. Doch sie rech­nete nicht damit, dass sie das so per­sön­lich betr­e­f­fen würde.

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Wenn es Gott zum Guten wendet

Predigt in der EMK Adliswil am Ewigkeitsson­ntag, 23.11.2025 zu Psalm 126

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Liebe Gemeinde,

nur noch sel­ten sagt man dem let­zten Son­ntag im Kirchen­jahr ‚Toten­son­ntag‘. Wir bevorzu­gen ‚Ewigkeitsson­ntag‘. Aber auch so trägt dieser Tag eine Schwere in sich. Es wachen kost­bare Erin­nerun­gen auf, die zugle­ich weh tun. Es berührt uns an ein­er empfind­liche Stelle: Wenn wir Men­schen wieder vor uns sehen, die ein­mal mit­ten im Leben standen. So viel haben wir mit ihnen erlebt. Schönes und Beglück­endes kon­nten wir teilen. Aber auch in Schw­erem und Anstren­gen­dem einan­der beis­te­hen. Nun fehlen sie. Vielle­icht schon ganz lange. Doch die Erin­nerung an sie ist noch lebendig. Schön und zugle­ich schw­er ist das.

Ich weiss nicht, in welch­er Stim­mung Sie heute zum Gottes­di­enst gekom­men sind. Vielle­icht mit dem Gefühl, dass es heute schw­er wer­den kön­nte? Oder dankbar für Vieles, was ihr Leben reich macht? Frus­tri­ert über Ver­passtes? Glück­lich über Erlebtes? – Diese und andere Empfind­un­gen sollen Raum find­en in diesem Gottes­di­enst. Dazu helfen die Worte aus Psalm 126. Ich lese ihn gle­ich aus der Basis Bibel. Der Psalm spricht von Sehn­sucht, Trost und Hoffnung:

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Probieren geht über Studieren

Predigt in der EMK Adliswil am 16.11.2025 zu Markus 4,3–9

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Liebe Gemeinde,

zum vor­läu­fig let­zten Mal predi­ge ich heute über den ‘Segen des Auf­bruchs’ (→ Es ist die 7. Predigt seit den Som­mer­fe­rien. Falls jemand eine ver­passt hat: Von allen Predigten liegen noch Aus­drucke auf. Oder: Siehe Web­site oder Blog). Das Ziel dieser Predigten war/ist, etwas Mut zu machen für Verän­derun­gen und Schritte. Im per­sön­lichen Leben genau­so wie im Miteinan­der als Gemein­de­bezirk. Wenn die Angst etwas klein­er und dafür Ver­trauen und Mut etwas gröss­er gewor­den sind, wäre viel gewon­nen.
Viele Aspek­te vom Auf­brechen sind zur Sprache gekom­men. Hof­fentlich ist Manch­es klar­er gewor­den. Und der Glaube daran gewach­sen: Auf­brechen ist ver­heis­sungsvoll. Gottes Segen begleit­et uns und geht uns voran, wo wir Schritte tun. Nicht ‘weg­predi­gen’ lässt sich freilich, dass aufzubrechen Mut ver­langt. Es ist eine Chal­lenge. Ist mit Risiken ver­bun­den. Jed­er Auf­bruch ist ein Schritt in die Unsicher­heit. Es braucht darum Ver­trauen. Dabei tun wir wohl manche Schritte ‘con­tre-coeur’ oder gegen das Bauchge­fühl. Schliesslich ist uns oft sehr bewusst, was schief gehen kön­nte. Nur: Null-Risiko gibt es nicht. Nicht ein­mal im Glauben. Ausser­dem: Auch wer ste­hen bleibt, geht ein hohes Risiko ein: Er/sie kön­nte das Leben schlicht ver­passen. Und viele gute Erfahrun­gen mit Gott blieben ‘ungelebt’.

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